Hausbrennerei Fridolin Baumgartner

26.03.2024 Bärlauchgeist ausgezeichnet: Spirit of the year 2024

Kaiserstühler Bärlauch jetzt auch im Schnapsglas

Anneliese und Fridolin Baumgartner lassen sich immer wieder etwas Neues einfallen, um sich am hart umkämpften Spirituosenmarkt behaupten zu können. Dabei hilft zum Beispiel, über einen Geist oder Brand zu verfügen, den es noch nicht gibt oder der sehr selten ist. Als ein Brennerkollege von Baumgartner vor einigen Jahren bei einer Fachmesse einen Steinpilzgeist präsentierte, reifte in Baumgartner der Gedanke, ebenfalls etwas Außergewöhnliches zu kreieren – er entschied sich für einen Bärlauchgeist, weil Bärlauch am Kaiserstuhl an vielen Stellen üppig wächst und ihm in der Gegend niemand bekannt war, der aus der mit Knoblauch, Zwiebeln und Schnittlauch verwandten Pflanze ein hochprozentiges Getränk herstellt.


"Um einen guten Bärlauchgeist zu erhalten, braucht es viel Erfahrung", sagt Fridolin Baumgartner. Mit einer Genehmigung des Landratsamtes in der Tasche pflückt er am Kaiserstuhl die Bärlauchblätter. Danach werden sie gewaschen, in hochprozentigen Alkohol gelegt und zeitnah destilliert. Mehr Details will er nicht verraten. "Das ist Betriebsgeheimnis", sagt er mit einem verschmitzten Lächeln. Rund 150 kleine Fläschchen Bärlauchgeist war jüngst die Ausbeute. Er duftet stark nach Bärlauch und Knoblauch, im Gaumen gesellen sich aber auch zitrusartige Noten hinzu.

Die Destillate von Fridolin und Anneliese Baumgartner werden seit vielen Jahren bei Wettbewerben im In- und Ausland hoch dekoriert. Dass jedoch ausgerechnet der Bärlauchgeist bei der Craft Spirits Berlin Awards 2024 für Furore sorgt, hat selbst die Baumgartners etwas überrascht. Denn er wurde von der Jury nicht nur mit einer Goldmedaille ausgezeichnet, sondern war die Spirituose mit der höchsten Punktzahl im gesamten Wettbewerb. Getestet wurden immerhin 569 Brände und Geiste, der Bärlauchgeist erhielt 96 von 100 möglichen Punkten. Dies brachte ihm den Titel "Craft Spirit of the Year 2024" ein. 15 Destillate hatten die Baumgartners nach Berlin mitgenommen, mit drei Gold-, sieben Silber- und fünf Bronzemedaillen traten sie den Heimweg an. Dass ihr Bärlauchgeist einmal so stark nachgefragt wird wie ein Williams, ein Zwetschgen- oder ein Kirschwasser, das glauben die Baumgartners nicht. Aber es gebe bereits Liebhaber, vor allem in der Schweiz und in der Gastronomie. "Er schmeckt pur oder zu Käse gut. Man kann ihn aber auch auf ein Steak träufeln", sagt Anneliese Baumgartner.

 

Quelle: https://www.badische-zeitung.de/kaiserstuehler-baerlauch-jetzt-auch-im-schnapsglas